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Erbrecht

Da die Möglichkeit besteht, über den eigenen Tod hinaus Bestimmungen über Hab und Gut anzuordnen, sollte jeder davon auch Gebrauch machen und sich zum Thema Erbrecht ausführlich informieren. Für ein Testament, gleich welcher Art, ist es nie zu früh. Hat man aber keins, gilt die unter Umständen nicht gewünschte gesetzliche Erbfolge zugunsten von entfernten Verwandten, die gar nicht bedacht sein sollten. Ein einmal aufgesetztes Testament sollte in regelmäßigen Abständen von drei, höchstens fünf Jahren überprüft werden. Entspricht es noch den Gegebenheiten und vor allem den aktuellen Vorstellungen des Verfassers?

So könnte ein bisher nicht erwähnter Abkömmling hinzugekommen sein, die wirtschaftlichen Verhältnisse könnten sich geändert haben, eine Änderung der Aufteilung des Nachlasses geboten sein. Wie wir wissen, kann ein Testament vom Verfasser durch weitere Testamente geändert, ergänzt oder sogar ganz aufgehoben werden. Bei einem gemeinschaftlichen Testament von Ehe und Lebenspartnern müssen dies beide wollen; es sei denn, ein Partner widerruft formgerecht.

Der Erbvertrag

Derjenige, der sich schon zu Lebzeiten gegenüber einer bestimmten Person oder Einrichtung rechtswirksam verpflichten will, diese als Erbin oder Vermächtnisnehmerin einzusetzen, kann dies in einem notariell zu beurkundenden Erbvertrag tun. Ein Erbvertrag enthält in der Regel keine Gegenseitigkeit, sondern einen Verfügenden und einen Vertragserben/- vermächtnisnehmer. Ein Erbvertrag kann nur einvernehmlich von den Vertragsparteien geändert oder aufgehoben werden. Beeinträchtigt der Verfügende zu Lebzeiten die Rechte des Vertragserben aus dem Vertrag, können nach Eintritt des Erbfalls (Ableben des Verfügenden) Schadensersatzansprüche entstehen.

Was heißt "vererbt" und was "vermacht"?

Ein Erbe oder mehrere, sog. Miterben, tritt/treten mit dem Erbfall "in die Fußstapfen" des Verstorbenen, Erblasser genannt: Alle Vermögenswerte und alle Verbindlichkeiten (Schulden) gehen auf den/ die Erben in der Stunde null über. Es tritt Gesamtrechtsnachfolge ein.

Will ein Erblasser einzelne Gegenstände oder einzelne zu seinem Nachlass gehörende Vermögenswerte bestimmten Personen anlässlich seines Ablebens zukommen lassen, muss er im Testament den näher zu bezeichnenden Gegenstand der ebenfalls zu bestimmenden Person vermachen. Ein Vermächtnisnehmer wird nicht Erbe, er erlangt nur den Anspruch gegen den/die Erben auf Herausgabe oder Übertragung des ihm vom Erblasser vermachten Gegenstandes oder Vermögenswertes. Die mögliche Anordnung von Vermächtnissen erweitert den Verfügungspielraum bei der Gestaltung eines Testaments. Denn Erbeinsetzung und Vermächtnisse sind nebeneinander möglich.



Steuerklasse II

Freibetrag für Vermächtnisse



Geschwister

20.000 €



Abkömmlinge ersten Grades 

von Geschwistern

20.000 €



Stiefeltern

20.000 €



Schwiegerkinder

20.000 €



Schwiegereltern

20.000 €



geschiedener Ehegatte

20.000 €



Steuerklasse III

Freibetrag für Vermächtnisse



alle übrigen Erwerber

20.000 €



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